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26 Juni 2020

Und noch ein heikles Thema ...



"Organspende" ... im Stern findet sich ein mit einem Preis ausgezeichneter Beitrag darüber:
https://www.stern.de/gesundheit/organspende--die-letzte-gabe-eines-menschen--der-keine-chance-mehr-hatte-8698856.html

Bei einer Stelle des Artikels bin ich ins Stocken geraten: 

"Über Schmerz- und Narkosemittel hingegen entscheidet der Anäshtesist selbst. Er braucht sie nicht zu geben, weil das Schmerzempfinden bei Hirntoden nach Überzeugung der Bundesärztekammer ausgefallen ist".

Das ist ein sehr wichtiger Aspekt. Niemand weiß, was ein Patient wirklich in diesem Stadium empfindet. Da keine Hirnsonden bis weit hinein in die tiefsten Hirnschichten eingeführt werden, lässt sich quasi nur oberflächlich beurteilen, inwieweit das Gehirn noch funktionsfähig ist, was der Patient zu empfinden vermag. Nicht selten wurde Komapatienten ein Empfinden abgesprochen, und bei einer genaueren Untersuchung mittels Hirnscans und mehr stellte sich ein ganz anderes Bild von Bewusstsein dar, das weitreichender, als von Ärzten vermutet, war. Daher ist diese äußere Beurteilung eines Arztes eine sehr schwammige Geschichte.
Es sollte daher bei Organentnahmen selbstverständlich werden, grundsätzlich immer Narkose- /Schmerzmittel zu verabreichen!